Factory Outlet Center in Herrieden…

2. November 2009

Mmhh.. die Zugriffszahlen sind aktuell wirklich ganz ansehnlich. Hat euch der Gastbeitrag (das mit den 95 Zeichen) gefallen? Wenn ja, lasst doch ein Feedback hier :) Kurze Revue zum heutigen Tag. Recherche- und Quellenbewertung. Interessante Aufgabenstellung die wir bis nächsten Montag bewältigen müssen: In Herrieden (das ist so in etwa 15 Kilometer von Ansbach entfernt auf der A6 Richtung Heilbronn) gibt es eine Autobahnabfahrt. Nach Herrieden. Nun gut, direkt neben der Autobahnabfahrt ist relativ wenig. Eine Raststätte, ein Küchenzentrum und – tada – ein (ja wie nennt mans) Fabrikverkauf für Mode von Carlo Colluci.

Was das mit der Aufgabenstellung zu tun hat? Nun, wir sollen einen Recherchebericht erstellen. Es ist nämlich so, dass man in Herrieden seit kurzem dem Gedanken anheim gefallen ist, ein Factory Outlet Center (auch als FOC bezeichnet) zu errichten. Das soll etwa 8.100 Quadrameter haben und 45 Geschäfte enthalten, die primär Luxuskleidung verkaufen. Einige Geschäfte aber auch Schuhe, Lederwaren und natürlich mind. ein Gastronomiebetrieb. Dass dies zu regionalen Spannungen führt, steht außer Frage. Ein riesiges Outlet, in einer – Verzeihung – leeren Gegend (Herrieden hat knapp 8.000 Einwohner).

Nun gut, Herrieden will es haben. Umliegende Städte und Gemeinden sind dagegen. Man hat bereits mehrfach protestiert, weil man befürchtet, dass die Innenstädte in der Umgebung „ausbluten“ könnten. Schließlich fahren alle ins FOC nach Herrieden. Ob dem letzten Endes wirklich so ist (das Gebiet ist nicht mal an die Öffentlichen Nahverkehrsmittel angeschlossen) sei dahingestellt. Problematisch ist der Ausbau sowieso, denn – wie bereits erwähnt – ist die Region zu klein für so ein „Bauwerk“. Man versucht also über das Bayerische Wirtschaftsministerium eine Genehmigung zu erhalten.

Alles schön und gut. Die Einzelhandelsbranche sowie die Bürgermeister der Umgebung haben derweil protestiert, in Ansbach gabs Todesanzeigen für Geschäfte, Schaufenster wurden symbolisch mit schwarzen Tüchern verhängt. Die Befürworter haben jüngst für den Bau protestiert. In der Zwischenzeit hat sich aber sogar die IHK Nürnberg sowie der Landesverband des Bayerischen Einzelhandels (LBE) gegen das Monsterprojekt gestellt. Kurzum: Es gibt nicht mehr viel Rückenwind und vermutlich wird es scheitern.

Und selbst wenn nicht, hat der LBE eine schöne Rechnung aufgestellt. Man will einen Umsatz von 37 Millionen Euro generieren. Das ist durchaus möglich, man beachte aber Umsatz != Gewinn. Parallel sollen 400 Arbeitsplätze entstehen. Jetzt gehen wir mal von einem Brutto(!)lohn von 1.000 Euro pro Nase aus, macht 400.000 Euro im Monat x 12 Monate = 4,8 Millionen Euro. Das sind immerhin fast 13 Prozent des angepeilten Gesamtumsatzes. Ob man wirklich Personalkosten in dieser Höhe stemmen kann/will/wird? Möglich ist es natürlich.

Anderes Beispiel: 45 Geschäfte auf 8.100 Quadrametern, macht im Durchschnitt 180qm² pro Geschäft. Das ist wirklich viel. Schöne, große Verkaufsflächen. Bei 400 Arbeitsplätzen und 45 Geschäften reden wir von statistischen 8,88 Arbeitskräften pro Betrieb. Gehen wir mal von 8 aus und rechnen den Rest als „Sonstiges“ ein, wie Hausmeister etc. Wenn diese acht nur auf Minijob-Basis sind..hmm..na ich weiß nicht.

Entry Filed under: Allgemeines, Ressortjournalismus. Schlagworte: , , , .


Seiten

 

November 2009
M D M D F S S
« Okt    
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30  

Blogroll

Meta

Neueste Kommentare

papercuttinglove zu Sind wir Experten im Nichts?…
papercuttinglove zu Für Online-News bezahlen?
papercuttinglove zu Ressortjournalismus Plätze und…
Krissi zu Ressortjournalismus Plätze und…
Tim zu Ressortjournalismus Plätze und…

Archive

RSS-Feed