Ways to Protect Online Journalism…
3. November 2009
…gibt es viele. Und auch wieder nicht. Ich bin immer ganz erstaunt, wenn ich von ausländischen Seiten etwas über Deutschland erfahre. Das liegt meistens daran, dass diese eine distanzierte Position zum Thema haben. Oder auch nicht. Im konkreten Fall bin ich über einen Artikel der New York Times gestolpert. Die haben wirklich gute Artikel.Konkret geht es um den Artikel „Germany Looks at Ways to Protect Online Journalism„. Wer sich jetzt fragt, was da drin steht und was das mit uns zu tun hat. Nunja, das Thema wurde bereits vor einigen Wochen in Deutschland „angekaut“. Ich bin gerade nicht darüber im Bilde, wie weit es ist. Der NYT Artikel ist – wenn man vom Thema nix weiß – auch etwas schwierig evtl. aber doch zu meistern. Es geht darum, dass Online-Journalismus das Medienfeld verändert hat, weil ja „jeder von jedem“ kopiert und teilweise sogar nicht mal mehr umformuliert.
Da wurde beispielsweise Google sehr harsch attackiert, weil diese sich ja schließlich die „News“ aneignen (Google:News). Dies ist natürlich totaler Blödsinn. Warum erkläre ich vielleicht ein anderes Mal (wenn es jemanden interessiert?). Jetzt ist es aber nach wie vor so, dass Artikel urheberrechtlich geschützt sein können. Ich werfe an dieser Stelle nur mal die Wörter Werksbegriff und Schöpfungshöhe in den Raum.
Den Verlagen und Medienkonzernen bringt dieser urheberrechtliche Schutz aber relativ wenig. Solange nicht zuviel vom Artikel kopiert wird und somit das Zitatrecht überstrapaziert wird oder gar der ganze Artikel kopiert wird, lässt sich eigentlich keine Urheberrechtsverletzung konstruieren. Dies ist zurückzuführen auf das Urheberrechtsgesetz (UrhG) aber auch – tada – das wichtigste „Gesetz“ ever. Die Verfassung, besser bekannt als das Grundgesetz. Darin heißt es, dass wir eine sogenannte „Informationsfreiheit“ haben.
Natürlich ist dies kein Freifahrtschein zum Kopieren anderer Artikel. Aber es legt etwas elementares fest: Informationen müssen frei verfügbar sein. Das heißt nicht, dass sich andere einfach ganze Happen eines Artikels kopieren dürfen. Aber die „Information“ darf genutzt werden. Bislang zumindest.
In der Regel nennt man ja auch die Quelle. Wichtigste Regel im Journalismus wie uns ja mitgeteilt wurde: Immer die Quellen benennen.
Das soll sich nämlich ändern in Form eines erweiterten Leistungsschutzrechts für Verlage. Das wird natürlich seitens dieser als absolut wichtig für eine weitere Existenz dargestellt. Auch die Einflussnahme auf das Grundgesetz sei nicht so, wie man das mitunter darstellt.
Ich denke das Problem ist weit schwieriger. Denn diejenigen, die als „4. Gewalt“ eigentlich gegen so etwas schießen würden, sind diesmal selbst davon betroffen. Zumindest teilweise. Da stellt sich mir die Frage: Wer kämpft nun gegen diese absurde Idee?
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